Im Flexiblen Schulanfang lernen die Schulanfängerinnen und Schulanfänger an der Grundschule Wohra gemeinsam mit Kindern, die bereits im zweiten oder dritten Schulbesuchsjahr sind. In diesen jahrgangsübergreifenden Stammgruppen erleben die Kinder von Anfang an ein Lernen miteinander und voneinander. Gleichzeitig verstehen wir uns als „Schule für alle“: Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen lernen bei uns gemeinsam und werden individuell begleitet.
Grundlage unserer pädagogischen Arbeit ist eine wertschätzende Haltung gegenüber jedem einzelnen Kind. Unterschiedliche Fähigkeiten, Lernvoraussetzungen und Persönlichkeiten sehen wir nicht als Hindernis, sondern als Bereicherung für die Gemeinschaft. Kinder lernen dabei besonders viel voneinander – durch gemeinsames Arbeiten, Helfen und Erklären.
Das jahrgangsübergreifende Lernen ermöglicht es den Kindern, immer wieder neue Rollen einzunehmen: Die Jüngeren erhalten Unterstützung durch ältere Kinder, während diese Verantwortung übernehmen und ihr Wissen weitergeben. Dieses Helferprinzip stärkt sowohl das Selbstvertrauen als auch die sozialen Kompetenzen aller Kinder.
Ein besonderer Vorteil des Flexiblen Schulanfangs ist, dass die Kinder die Flex-Phase je nach individuellem Entwicklungsstand in zwei oder drei Jahren durchlaufen können. Dadurch erhalten sie die Zeit, die sie für ihre persönliche und schulische Entwicklung benötigen – ohne zusätzlichen Druck und angepasst an ihr eigenes Lerntempo. Gleichzeitig ist diese Zeit notenfrei, sodass die Kinder ihre Fähigkeiten ohne Leistungsdruck entfalten und Lernerfolge mit Freude und Selbstvertrauen erleben können.
Jedes Kind arbeitet in seinem eigenen Tempo und erhält Lernangebote, die dem jeweiligen Entwicklungsstand entsprechen. Dadurch können Stärken gezielt gefördert und Lernfreude erhalten werden.
Rituale und gemeinsame Aktivitäten geben den Kindern Sicherheit und Orientierung im Schulalltag. Der „Gemeinsame Anfang“ am Montagmorgen, FLOW-Angebote mit gemischten Gruppen, Waldtage, Projekte, Feste und gemeinsame Feiern stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl unserer Schulgemeinschaft.
Durch die wechselnden Gruppenkonstellationen lernen die Kinder offen auf andere zuzugehen, Verantwortung zu übernehmen und respektvoll miteinander umzugehen. So entsteht eine lebendige Lernkultur, in der Individualität selbstverständlich ist und jedes Kind seinen Platz finden kann.
